Die große Auswahl an Übersetzungsdienstleistern macht es nicht leicht, für die jeweilige Aufgabe den richtigen Übersetzer zu suchen und zu finden. Freiberufler? Eigener Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen? Agentur? Spezialisiertes Fachbüro? All diese Möglichkeiten haben je nach Anforderung und Einzelfall ihre Berechtigung.

Wir sind seit 1991 im Geschäft und haben unsere ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Da wir manche Anfragen aufgrund von Sprache oder Fachgebiet selbst nicht annehmen können, verraten wir Ihnen, worauf Sie bei der Übersetzersuche achten sollten.

Freiberufliche Übersetzer suchen

Von den 40.000 Übersetzern und Dolmetschern in Deutschland arbeiten rund 80 % selbstständig als Freiberufler. Die direkte Zusammenarbeit mit einem freiberuflichen Übersetzer bringt viele Vorteile hinsichtlich Projektkommunikation (keine Flüsterpost), Qualität durch Spezialisierung und diverse andere kaufmännische Aspekte wie Preiswürdigkeit. 

Wenn Sie einen freiberuflichen Übersetzer suchen, empfehlen wir die Übersetzersuche des BDÜ, dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer.
Unser Tipp: Grenzen Sie in der Suchmaske das Fachgebiet so genau wie möglich ein und kontaktieren Sie den Übersetzer, dessen Fachgebietsangaben alle zum selben Bereich gehören, denn jemand, der sowohl Medizin, Recht, Technik als auch Wirtschaft angibt, ist kein Spezialist sondern bestenfalls ein Generalist.

übersetzer suchen fachgebiet

Ausschnitt aus der BDÜ-Suchmaske

Übersetzer-Teams schaffen mehr

Bekanntlich ist man im Team stärker. Daher schließen sich viele Übersetzer zu Partnerschaften, GbR, Bürogemeinschaften oder losen Netzwerken zusammen. Neben den bereits genannten Vorteilen freiberuflicher Einzelübersetzer in puncto Kommunikation, Qualität und Kosten können Teams aus spezialisierten Fachübersetzern ihren Kunden ggf. zusätzliche Sprachen, Fachgebiete, Leistungen und natürlich eine höhere Arbeitskapazität anbieten.

Wenn Sie Übersetzer suchen, die im Team oder Netzwerk arbeiten, gibt es leider keine Datenbanken, die dies als eigenes Suchkriterium berücksichtigen.
Unser Tipp: Verwenden Sie auch hier die Übersetzersuche des BDÜ und fragen Sie gezielt nach, ob ein Team aus Kollegen zusammengestellt werden kann.

Eigene Mitarbeiter

Der eigene Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen kann die richtige Option für den alltäglichen Schriftverkehr und Übersetzungen für interne Zwecke sein. In der Regel kennen die eigenen Mitarbeiter Ihre Firmenterminologie wie kein anderer, und falls der Mitarbeiter ohnehin nicht voll ausgelastet sein sollte, umso besser.

Bei längeren Texten oder komplexeren Fachtexten stoßen die meisten jedoch an ihre Grenzen, wenn sie nur auf ihr Schulenglisch, Fremdsprachenkurse oder Auslandsaufenthalte zurückgreifen können. Auch fehlt es meist an der Problemlösungskompetenz, die man sich in einem Übersetzerstudium aneignet, und der Umgang mit der produktiven Software professioneller Übersetzer ist in der Regel unbekannt. Darunter leidet nicht nur die Qualität der Übersetzung, sondern auch die Effizienz, der Zeitaufwand und damit die Belastbarkeit des Mitarbeiters.

Unser Tipp: Wie bei jeder Make or Buy-Entscheidung können Sie sich auch hier an der Regelmäßigkeit und Höhe des Bedarfs orientieren. Ein professioneller Übersetzer schaft ca. 300-350 Wörter pro Stunde, ein Laie vielleicht nur 200. Wie hoch sind die fremdsprachliche Kompetenz und die Auslastung der eigenen Mitarbeiter, wie hoch wird die interne Kapazitätsbindung?

Übersetzungsbüro

Ein Übersetzungsbüro ist nach unserem Verständnis ein Betrieb, der mit angestellten Projektmanagern, Übersetzern, Lektoren, Grafikern usw. eigenproduktiv Übersetzungsleistungen erbringt und einen entscheidenen Beitrag zur Wertschöpfung leistet. Ein Übersetzungsbüro verfügt also über In-house-Expertise, handelt ggf. aber auch mit Übersetzungsleistungen und kauft diese von externen Anbietern ein. Uns kommt es an dieser Stelle auf die Abgrenzung zur Übersetzungsagentur an, die von der reinen Vermittlungstätigkeit lebt.

Übersetzungsbüros können als Mehrwert bieten, größere Projekte in mehreren Sprachen abzuwickeln. Das spezialisierte Fachbüro erkennen Sie in der Regel daran, dass eher wenige Sprachen und nur ein Fachgebiet bzw. nur sehr wenige, zueinander passende Fachgebiete abgedeckt werden. Auch hier gilt: Wer „alle Sprachen – alle Fachgebiete“ anbietet, ist ein Generalist und kein Spezialist – Sie kennen das vermutlich aus Ihrer eigenen Branche.

Ebensowenig wie die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ geschützt ist, gibt es auch keine festen Regeln für die Bezeichnung „Übersetzungsbüro“. Viele Einzelübersetzer nennen sich bereits Übersetzungsbüro, um größer zu wirken. Manche Übersetzungsbüros nennen sich zur Unterscheidung auch Übersetzungsunternehmen oder Übersetzungsagentur. Aber Vorsicht: Hinter der Bezeichnung Übersetzungsbüro verstecken sich häufig auch Agenturen, die in erster Linie von der reinen Vermittlungstätigkeit leben.

Wenn Sie ein Übersetzungsbüro suchen, haben Sie die Qual der Wahl und sind auf Branchenbücher oder Suchmaschinen angewiesen. In jeder Stadt gibt es sicherlich mehrere Dutzende Übersetzungsbüros, die sich hinsichtlich der Werbeaussagen für den Laien kaum unterscheiden.
Unser Tipp: Machen Sie einen Bogen um Büros (und Agenturen), die für sich reklamieren, alle Sprachen und Fachgebiete abzudecken. Viele Branchenbücher sind nach regionalen Kriterien sortiert, achten Sie lieber auf die fachliche Spezialisierung und suchen Sie überregional.

Übersetzungsagentur

Wie jede andere Agentur auch lebt eine Übersetzungsagentur in erster Linie von der Vermittlertätigkeit und nicht von der produktiven Leistungserbringung. Übersetzungsagenturen gleichen damit einem Kaufhaus, in dem Sie viele Sprachen und Fachgebiete von No-Name-Übersetzern bekommen. „No-Name“ soll keineswegs gleichbedeutend mit „minderwertig“ sein, es heißt lediglich, dass Sie nicht wissen, wer tatsächlich für Sie arbeitet, da die Agentur eine direkte Kommunikation mit dem Sprachprofi unterbindet („Flüsterpost“) und bei jedem neuen Auftrag ggf. einen anderen Übersetzer einsetzt.

Übersetzungsagenturen haben ihre Berechtigung vor allem im Großkonzernbereich. Stellen Sie sich vor, dass ein Unternehmen wie Microsoft regelmäßig enorme Textvolumen in über 30 Sprachen übersetzen lassen muss. Das kann natürlich kein Projektmanager bei Microsoft, kein Einzelübersetzer, kein kleines Team und vermutlich auch kaum ein mittelständisches Übersetzungsbüro mit 15 Angestellten organisieren. Übersetzungsagenturen fungieren hier als erstes Bindeglied einer langen Outsourcing-Kette, die vom Endkunden bis zu den Einzelübersetzern, die die tatsächliche Übersetzung im Auftrag eines Übersetzungsbüros anfertigen, schon mal 3 bis 6 Kettenglieder lang werden kann.

Beispiel: 1 Endkunde -> 3 x Multi-Language Vendor (MLV) à 10 Sprachen -> 30 x Single-Language Vendor (SLV) à 1 Sprache – 90 x Einzelübersetzer (3 pro Einzelsprache zur Aufteilung des Textvolumens) + 30 Lektoren

Unser Tipp: Fragen Sie sich selbst: Sind Sie Microsoft? 😉  Oder ein anderer Großkonzern? Nein? Dann sparen Sie sich die Overhead-Kosten von langen Outsourcing-Ketten und suchen Sie nach einem spezialisierten Fachübersetzer aus dem BDÜ oder einem seriösen Fachbüro.

Übersetzer für exotische Sprachen suchen

In letzter Zeit erhalten wir immer wieder Anfragen für exotische Sprachen. Wenn Sie z.B. einen Übersetzer für Tigrinya suchen, haben Sie es ungleich schwerer als für eine der europäischen Standardsprachen. Der BDÜ hat dazu ein Verzeichnis mit Übersetzern seltener Sprachen aufgelegt.