CAT-Tools (von computer-aided translation, „computergestützte Übersetzung“) sind Datenbanksysteme, in denen die Quell- und Zielsätze einer Übersetzung als Satzpaare abgelegt werden. Aus einem solchen „Satzspeicher“ oder Translation Memory (TM) heraus können wiederkehrende Sätze oftmals automatisch übersetzt werden. Dies kann durch die Vorübersetzung ganzer Dokumente „in einem Rutsch“ oder interaktiv nach Abwägung durch den Übersetzer geschehen. Die interaktive Vorgehensweise ist etwas zeitaufwändiger, bietet aber den Vorteil, dass im TM eventuell enthaltene Fehler korrigiert und zwischenzeitlich veraltete Terminologie durch aktuelle Fachbegriffe ersetzt werden kann. Dies ist insbesondere bei technischen Fachtexten und bei Software-Dokumentation wichtig, da diese sehr stark von stimmiger Terminologie profitieren. Das Zutun des Übersetzers trägt also wesentlich zur Qualität der neuen Übersetzung bei.

Damit CAT-Tools und Translation Memorys ihre Stärken ausspielen und einen wirtschaftlichen Nutzen einbringen können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Das zu übersetzende Dokument muss in editierbarer Form vorliegen (sprich: im Originalformat). Damit sind Dateiformate gemeint, die sich durch Texteingabe bearbeiten lassen. Gänzlich ungeeignet sind Grafikdateien wie sie z. B. beim Scannen oder Faxen von Dokumenten entstehen. Auch PDF-Dateien lassen sich nicht oder nur unter erheblichem Mehraufwand in CAT-Prozesse einbinden.
  2. Das Dokument muss repetitiv aufgebaut sein. Das bedeutet, dass es viele einander ähnelnde oder sich entsprechende Sätze enthalten muss. Auch auf lexikalischer Ebene muss das Dokument konsistent sein. Dies erfordert eine strukturierte und disziplinierte Texterstellung. Technische Dokumentation und IT-Texte erfüllen diese Kriterien in der Regel. Doch auch bei „prosaähnlichen“ Texten wie z. B. medizinischen oder wissenschaftlichen Abhandlungen können CAT-Tools zur Wahrung der lexikalischen Konsistenz hilfreich sein.

Viele Übersetzungsdienstleister, die mit CAT-Tools arbeiten, bieten Preisstaffelungen nach Ähnlichkeitskriterien an. Die potenziellen Einsparungen bei Nutzung dieser Technologie werden allerdings häufig überschätzt. Unstrittig sind dagegen die Vorteile für die inhaltliche Konsistenz der Übersetzung.

Wichtig ist nicht zuletzt die Unterscheidung zwischen computergestützter und maschineller Übersetzung: Bei Nutzung eines CAT-Tools wird das von einem menschlichen Übersetzer schon einmal gelieferte Übersetzungsresultat wiederverwendet. Bei der maschinellen Übersetzung (MÜ bzw. MT) versucht das System, einen Text anhand bestimmter Algorithmen und Regeln ohne menschliches Zutun zu übersetzen. Gelegentlich werden MÜ und TM auch kombiniert. In aller Regel entsteht bei der MÜ lediglich eine grobe Übersetzung zu Informationszwecken, die mehr oder minder aufwendiger Nacharbeit („Post-Editing“) durch einen Linguisten bedarf. Für Texte im Bereich der Produktkommunikation ist sie nicht geeignet.

Wir arbeiten vorrangig mit den CAT-Tools MemoQ und SDL Trados.